Samstag , 1 Oktober 2022
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Bundesgesundheitsminister Lauterbach in der Ukraine: „Das Land braucht auch humanitäre Hilfe“

Auf Einladung des ukrainischen Gesundheitsministers Viktor Ljaschko besucht Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach die Ukraine. In Lemberg nimmt er an einer Geberkonferenz für den Aufbau eines Rehazentrums für Kriegsversehrte teil und besucht mehrere Krankenhäuser. Ziel des Besuches ist es, die Ukraine beim Aufbau von Traumazentren für Verletzte, bei der Versorgung mit Prothesen und beim Einsatz von deutschen Ärztinnen und Ärzten in der Ukraine zu unterstützen.

Die Bundesregierung wird dafür die Aufstellung und den Betrieb von Container-Werkstätten zur Herstellung von Prothesen der Firma Otto Bock unterstützen. Auf Vermittlung des Bundesgesundheitsministeriums bieten sich über die Bundesärztekammer 200 Chirurgen und Notfallmediziner für den Einsatz in der Ukraine an. Das Unfallkrankenhaus Berlin bildet ukrainische Ärzte für die Behandlung von Verbrennungswunden aus. Das RKI wird in Zusammenarbeit mit der Charité in den nächsten Wochen mehrere zusätzliche Krankenhäuser in der Ukraine an die telemedizinische Beratung für die Behandlung schwerverletzter Patienten anschließen.

Dazu erklärt Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach:

„Kinder treten auf Minen, verlieren Gliedmaßen. Wohnblocks werden beschossen, auch unschuldige Zivilisten und Kinder schwer verletzt. Und teilweise mehrfach am Tag bombardieren die russischen Streitkräfte selbst Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine. Die humanitären Folgen dieses barbarischen Angriffskrieges gegen die Menschen in der Ukraine sind unermesslich. Deshalb hilft Deutschland ganz gezielt bei der Gesundheitsversorgung der vielen Menschen, die starke Verbrennungen erlitten haben, die Beine oder Arme verloren haben und die wichtige Medikamente benötigen. Die Ukraine braucht humanitäre Hilfe genauso dringend wie unsere militärische Unterstützung.“

Hintergrund

Der Krieg trifft auch immer wieder die Gesundheitsversorgung in der Ukraine. Laut WHO wurden seit Beginn des Krieges bei rund 290 Angriffen auf die Gesundheitsversorgung der Ukraine Krankenhäuser, Krankentransporte und Gesundheitseinrichtungen beschädigt. Auch medizinisches Personal sowie Patientinnen und Patienten sind von Angriffen betroffen.

Um zur Versorgung der Menschen in der Ukraine beizutragen, hat das Bundesgesundheitsministerium bislang medizinische Hilfsgüter im Wert von rund 100 Mio. EUR über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) zur Verfügung gestellt bzw. angeboten. Darüber hinaus wurden Spenden von der deutschen Gesundheitswirtschaft im Wert von über 100 Mio. EUR angezeigt.